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Mehr Geringverdiener bei Vollzeitkräften in Niedersachsen

Franziska Junker
Frierich Albers

Laut einer Studie der Hans-Böckler Stiftung.[1] arbeiten knapp 19,9 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in Niedersachsen im unteren Entgeltbereich. In Zahlen ausgedrückt sind das für eine Beschäftigung im unteren Entgeltbereich maximal 2284 Euro brutto im Monat! Das Land Niedersachsen liegt damit knapp über dem Bundesdurchschnitt.

„Das kommt nicht von ungefähr“, so Franziska Junker, Mitglied im geschäftsführenden Landesvorstand. „Die Politik hat diesen Zustand auf dem Arbeitsmarkt gefordert und gefördert. Die Sozialpartnerschaft in Niedersachsen ist brüchig, da viele Arbeitgeber Tarifflucht begehen und sich so aus der Verantwortung stehlen! Seit Jahren ist die Tarifbindung in Niedersachsen rückläufig, nur noch 54% der Beschäftigten werden nach Tarif bezahlt [2] .

DIE LINKE fordert die Landesregierung auf das Landesvergabegesetz so zu ändern, das öffentliche Aufträge in Niedersachsen nur noch an Unternehmen zu vergeben, die einen Mindestlohn von 13 Euro zahlen und der Tarifbindung unterliegen!“

Friedrich-Bernd Albers Mitglied des Landesvorstands ergänzt: „Die Landesregierung ist einer der größten Arbeitgeber in diesem Bundesland und kann über das Vergabegesetz gute Arbeitsbedingungen schaffen. Bisher hat die Landesregierung diese Möglichkeit nicht konsequent genutzt.

Es sollte nicht vergessen werden, dass solche Erwerbsbiographien die Arbeitnehmer*innen in die Altersarmut treiben. Die drohende Altersarmut kann durch tarifgebundene Arbeitsplätze verhindert werden.“

 


[1] Niedrige Monatsentgelte: Je nach Region zwischen 6 und 43 Prozent betroffen – neue Studie liefert Daten für alle Städte und Landkreise - Hans-Böckler-Stiftung (boeckler.de)

[2] Kostspielige Tarifflucht: Niedersachsen entgehen Milliarden | DGB Niedersachsen